Heute schon gespielt?

Frankfurt/Main, September 2005. Spielen ist eine Aktivität, die vermutlich so alt ist wie die Menschheit selbst. Aus allen Kulturen sind Spiele oder Berichte über das Spiel überliefert. Das erstaunt nicht, wenn man sich die immense Bedeutung vor Augen hält, die das Spielen für die Entwicklung eines Kindes hat. „Kinder müssen spielen“, betont Prof. Wassilios E. Fthenakis, Direktor des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München.

Womit sich Menschen spielerisch beschäftigen, ist dem Wandel der Zeit unterworfen. Es gibt jedoch Spiele, die sich Jahre, Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte halten. Wenn Eltern sich heute entscheiden, welches Spiel sie ihren Sprösslingen auf den Gaben- oder den Geburtstagstisch legen möchten, dann können sie oft auf Spiele zurückgreifen, die sie noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen. Es sind traditionelle, klassische Spielmittel, die von ihrer Spielfaszination nichts eingebüßt haben.

Vorsicht Bildschirm!

Doch die Zeit ist nicht stehen geblieben. Die rasante Entwicklung der Computertechnik hat auch großen Einfluss auf das Angebot an Spielen genommen. Beschäftigten sich Kinder in den 60-er oder 70-er Jahren selbstverständlich vor allem draußen – mit gelegentlichen Ausflügen vor den einzigen Fernsehapparat, den es in der Familie gab –, sitzen Kinder heute deutlich mehr vor der Flimmerkiste, dem Computer oder seinem kleinen Bruder, dem Gameboy.

„Kinder brauchen Alternativen zum Bildschirm“, fordert Prof. Manfred Spitzer. Er ist Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik und Leiter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm, „Bewegungsspiele an der frischen Luft, sinnvolle Spiele, die der natürlichen Neugier, der Entdeckungsfreude und dem natürlichen Spieltrieb eines Kindes entgegenkommen.“ Welche langfristigen Konsequenzen es für Kinder von heute morgen haben wird, wenn Eltern bei einem Zuviel nicht gegensteuern, beleuchtet sein kürzlich erschienenes Buch „Vorsicht Bildschirm!“.

Spielen können Kinder mit den einfachsten Mitteln. Eine wichtige Voraussetzung gibt es allerdings, ohne die richtiges Spielen nicht denkbar ist: ZEIT. Sich ohne Termindruck und Hektik auf ein Spiel einlassen zu können; sich mit seinen Kindern, mit der ganzen Familie oder mit Freunden zusammenzusetzen; sich im Spiel zu messen und dabei eine ganze Palette an Gefühlen zu durchleben – das ist es, was Spielen zu einem echten Erlebnis macht.


Pressekontakt:
Mehr Zeit für Kinder e. V., Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Regina Lindhoff, Fellnerstraße 12, 60322 Frankfurt, Tel. 069 / 156896-17, Fax -10, E-Mail: regina.lindhoff@mzfk.de




Abdruck frei bei Quellenangabe: Illustration: Tobias Borries / Mehr Zeit für Kinder e.V.
Sitzen, Krabbeln und erste Schritte erweitern die Erfahrungswelt des Babys zwischen sechs und zwölf Monaten. Anreize schaffen Bälle, Stofftiere und -püppchen, einfache Stecksysteme oder Eimer mit Bauklötzen zum Ein- und Ausräumen. Abdruck frei bei Quellen Ob sie einen Turm bauen, aus Knete Fantasiegebilde erstehen lassen oder bunte Figuren über ein Spielbrett schieben: Spielen ist für Kinder ein Grundbedürfnis. Abdruck frei bei Quellenangabe: Foto: Heidi Velten / Mehr Zeit für Kinder e.V.

   
Bei Kindern zwischen sechs und zehn Jahren sind Musikinstrumente, Bastel-, Experimentier-, Konstruktionsbaukästen und Gesellschaftsspiele mit festen Regeln eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Abdruck frei bei Quellenangabe: Foto: Heidi Velten / Mehr Zeit für Kinder e.V.    



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