Spielen macht das Lernen leicht

Wer spielt, lernt leichter! Neue Spiele für Schüler: Initiative von Mehr Zeit für Kinder e.V. und Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen stattet 52 Grundschulen in Hessen mit Spielezimmern aus.

Frankfurt/Main, Oktober 2009. 200 Grundschulen in vier Bundesländern haben Grund zur Freude: Die Initiative „Spielen macht Schule" vergibt zum dritten Mal Spiele im Wert von über 700.000 Euro.

Die diesjährigen Gewinner stehen fest: Insgesamt können sich 200 Schulen in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen auf eine komplette Spielezimmer-Einrichtung freuen. Um an dem Wettbewerb teilzunehmen, wurden Lehrer, Sozialarbeiter und engagierte Eltern dazu aufgefordert, bis Ende Juni 2009 ein Konzept für ihre Grundschule beim Mehr Zeit für Kinder e.V. einzureichen.
„Die eingegangenen Konzepte zeigen uns, wie engagiert und intensiv sich die Lehrer mit dem klassischen Spielen an der Schule und im Unterricht auseinandersetzen. Es ist uns wichtig, den Kindern das Lernen und Erfahren mit mehreren Sinnen wieder näher zu bringen", erklärt Simone Linden, Geschäftsführerin des Vereins Mehr Zeit für Kinder. „Wir hoffen, dass sich die Familien von der Begeisterung der Kinder anstecken lassen und das gemeinsame Spiel in ihren Alltag integrieren. Diese neu entdeckte gemeinsame Familienzeit ist unserem Verein ein wichtiges Anliegen."
Schule und Spielen - geht das überhaupt zusammen? Die Initiatoren des Projektes sind sich darüber einig und aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung geben ihnen Recht: Spielen macht schlau. Das Projekt „Spielen macht Schule" ist langfristig angelegt, um das Spielen besser in den Schulalltag der Kinder einzubinden und stattet daher Grundschulen mit Spielezimmern aus. 2007 wurde der Wettbewerb von dem Mehr Zeit für Kinder e.V., Frankfurt/Main und dem Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL), Ulm ins Leben gerufen. Die eingesetzten Spiele hat das ZNL Ulm vorab auf ihren pädagogischen Wert geprüft und nach verschiedenen Kategorien im Hinblick auf den Lernaspekt bewertet.
Bereits in der Pilotphase fiel auf, dass viele Kinder in der Schule zum ersten Mal Erfahrungen mit Gesellschaftsspielen sammeln und vor allem Migrantenkinder über das Spielen einen neuen Zugang zur deutschen Sprache finden.
Waren es zu Beginn des Projektes nur zehn hessische Schulen, die gewonnen hatten, freuten sich im vergangenen Jahr bereits 150 Gewinnerschulen in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern über neue Spiele. In diesem Jahr wurde das Projekt auf Nordrhein-Westfalen ausgeweitet, für 2010 ist auch die Teilnahme von Grundschulen aus Hamburg, Rheinland-Pfalz, Berlin, Sachsen und Brandenburg am Wettbewerb geplant.


Hintergrundinformationen:

Schon Kinder im Grundschulalter sind dem ständig wachsenden Einfluss von Bildschirmmedien wie Fernsehen, PC-Spielen und Konsolen ausgesetzt. Bewegung und Kreativität, wichtige Faktoren für die kindliche Entwicklung, bleiben dabei auf der Strecke. Hintergrund des Projektes sind die Erkenntnisse der modernen Hirn¬forschung. Sie zeigen, dass aktive Erfahrungen, wie sie das klassische Spielzeug bietet, förderlicher sind als die passive Erfahrungsvermittlung, die durchs Fernsehen stattfindet. Dem immer stärker werdenden Einfluss der Bildschirmmedien möchte die Initiative „Spielen macht Schule" entgegenwirken.

„Spielen und Lernen sind keine Gegensätze! Darum sind gute Spiele eine wichtige Ergänzung des schulischen Bildungsangebots. Kinder unterscheiden nicht zwischen Lernen und Spielen, sie lernen beim Spiel. Im Gehirn prägt sich besonders gut ein, was über mehrere Sinne hineingelangt", so Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Neurologe und Gründer des ZNL (Ulm).

Mit der Einrichtung der Spielezimmer in Schulen soll der natürliche Spieltrieb gefördert werden, da das Spielen wichtige Lernprozesse anregt. Dabei erwerben Kinder grundlegende Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder den Umgang mit Konkurrenzsituationen - Kernkompetenzen, die Kinder auf die Anforderungen ihres späteren Lebens vorbereiten.

Die Liste der Gewinner kann unter der E-Mail-Adresse spielen-macht-schule@mzfk.de angefordert werden. Weitere Informationen zum Projekt und dem Wettbewerb unter www.spielen-macht-schule.de

Die Presseinformationen für Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen erhalten Sie gerne auf Anfrage.


Pressekontakt:
Mehr Zeit für Kinder e.V., Isabel Altmann, Fellnerstr. 12, 60322 Frankfurt/Main, Tel: 069/156896-12, Fax: -10, isabel.altmann@mzfk.de

 

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